Die Elektrik ist wie folgt aufgebaut:

Das Ladegerät ist in einem separaten Stahlkasten gut belüftet in der Backskiste. Die ganze Mimik mit Ladegerät etc. ist aus der Backskiste nach umlegen eines Hebels voll angeschlossen entfernbar, um eventuelle Wartungen in Rückenfreundlicher Umgebung durchführen zu können. Der danebenliegende Spritzwassergeschützte Landanschluss ist mit FI-Schalter und 16A Sicherung abgesichert.Das Ladegerät lädt die beiden Batterien jeweils separat über einen Megapulse Batterieoptimierer.

Der Vetus Batteriehauptschalter schaltet die entsprechenden Batterien auf die Verbraucher und den Ladestrom der Lichtmaschine bei Motorbetrieb. Hierbei ist darauf zu achten, dass bei laufendem Motor, immer (!!!!!!) auf irgendeine Batterie geschaltet sein muss. Das ist zwar bei jedem Boot so, aber ich schreib das lieber, bevor sich der Laderegler der Lichtmaschine in Rauch auflöst, weil er seine Leistung nicht los wird.

Die Batterien werden separat über zwei Voltmeter kontrolliert, deren Anzeige sich im Schaltpanel befindet. Sollte die Anzeige mal spinnen, ist nicht das Voltmeter kaputt, sondern lediglich die Sicherung korrodiert, die sich mit im Batteriekasten befindet. Andere Boote haben diese Sicherung nicht und brennen dafür besser.

Alle (!!!) Verbraucher (bis auf das Funkgerät, das war früher Vorschrift) sind in Gruppen am Schaltpanel abgesichert. Das Schaltpanel ist nochmals separat mit einer 60A Audiosicherung abgesichert. Alle Kabelquerschnitte sind mehr als überdimensioniert (zwischen 2,5 und 6 Quadrat). Alle Lampen besitzen separate Schalter am Gehäuse.

Achtung: Die elektrische Bilgepumpe ist leider auch zentral über den Hauptschalter geschaltet. Das ist ein wenig blöd, weil so immer der Hauptschalter auf Batterie geschaltet sein muss, damit die Bilgepumpe läuft. (Bisher musste sie aber noch nie laufen ;o). Zusätzlich ist im Einstiegsluk ein weiterer SCahlter angebracht mit sich sich die Bilgepumpe zwischen manuellem und automatischen Betrieb umstellen lässt.

Der Antennenanschluss und die Versorgungsleitungen für Windanzeige, Dampferlicht und Toplaterne werden in dem Schaltkasten über der Heizung angeschlossen. Der Anschlussplan ist in den Kastendeckel eingeklebt.


Vorschiff:

In der Rubrik -Fotos- sind ein paar Bilder von den Tanks und den neu einlaminierten Stringern im Vorschiff eingestellt. Der unterste und der Backbordtank sind die Dieseltanks (60l). Der obere und der Steuerbordtank sind die Wassertanks (60l). Die Tanks sind mit Gurten fest arrettiert und teilweise geschraubt. Deshalb aber auch leicht ausbaubar. Zusätzlich zu den Stringern ist noch ein Halbschott eingebaut, um die Stabilität weiter zu erhöhen.


Toilette:

Die bronzene Toilette ist eine Albatros von der Bundesmarine. Sie funktioniert einwandfrei. Sollte etwas Frischwasser beim Pumpen, am Pumpgestänge entweichen, ist die Durchflussmenge am Rändelrad zu verringern, das Pumpgestänge abzuschmieren bzw. die Stopfbuchse eine Kleinigkeit nachzuziehen. Die Toilette hat für Zugang und Ablass jeweils ein separates Seewasserventil.

Kartentisch:

Unter dem Kartentisch befindet sich, durch ein Holzbrett abgedeckt, die Spüle. Über dem Kartentisch befinden sich eine rote (für Nachtfahrt) und eine weiße Diodenlampe für stromsparende Kartenarbeit. Darüber ist das Navtex und das GPS.

Unter dem Kartentisch (da, wo der in der Messe Schlafende, die Beine hinlegt) befinden sich zwei 240 V Steckdosen.

Küchenzeile:

Der Optimuskocher ist prima. Wenn man noch nicht so viel Erfahrung damit hat, sollte man wie folgt vorgehen:

  • Druck anpumpen
  • Spiritus in die Schale unter dem Brenner füllen, dass das Saugflies richtig naß ist (lieber mehr als zu wenig).
  • Spiritus anzünden
  • Warten bis der Spiritus komplett (!!!!!!!) verbrannt ist.
  • Und dann sofort, den Brenner mit Petroleum zünden.

Wenn der Brenner nur faucht und eine Stichflamme zeigt, hat man entweder nicht genug vorgeheizt oder der Spiritus ist noch nicht vollständig verbrannt worden.

Der Petroleumkocher ist sehr sparsam, wichtig ist eben Spiritus immer an Bord zu haben. Wer jetzt über die Variante nachdenkt auch mit Petroleum vorzugühen: Vergiss die Idee!


Petroleum ist leicht zu transportieren, schwer entflammbar und günstig. Das beste Petroleum ist das ESSO-Blue . Das stinkt gar nicht und verbrennt rückstandsfrei.  Aber benutzt NIEMALS!!!! Lampenöl aus der Drogerie!!!!!

Unter der Küchenzeile ist die Kühlbox. Sie wird über den Schalter "STECKDOSEN" geschaltet und abgesichert. AN der Küchenzeile ist der Batterie-Hauptschalter.

MOTOR / Antrieb:

Der Motor ist ein Volvo Penta MD 2002. Der Vor-Vorbesitzer hat keine Daten zu diesem Motor, den er selbst eingebaut hat, mitgegeben. Daher wissen weder die Vorbesitzer, noch ich etwas über die Vorgeschichte.

Der Anlasser ist in 2006 gewechselt worden. Dabei ist dem Voreigner aufgefallen, dass der Kühlmantel des Blocks schon mal ausgebessert wurde. Wie sich herausstellte ist das aber völlig unproblematisch, weil der Motor einwandfrei läuft.

Ausfälle gab es gemäß Auskunft des Vorbesitzers lediglich, weil sich im Tank soviel Dreck über die Jahre gesammelt hatte, dass der Motor keinen Diesel mehr ansaugen konnte. Das  Problem wird sich für eine gewisse Zeit nicht mehr stellen. Allerdings darf die Bakterienbildung in Dieseltanks von Segelbooten nicht unterschätzt werden. Dies bilden enorm schnell Kolonien und finden sich im Diesel-Vorfilter als gallertartige Maße wieder. Zugabe von Bakterienkiller bei jeder Betankung und regelmäßiger Wechsel von Vorfilter sowie Dieselfilter am otor sind die beste Präventation.

Alle Filter (Diesel und Öl Filter) und Öle sind (wie immer) im Winterlager gewechselt worden. Das Getriebeöl ist zuletzt 2010 und bisher nicht mehr gewechselt worden, weil es keine Veränderungen aufweist und klar ist. Das Getriebe läuft einwandfrei.

Die Volvo-Stopfbuchse ist 2007 gewechselt worden. Es empfiehlt sich, diese alle 200 Motorstunden oder immer im Winterlager mit dem blauen Volvofett sparsam abzuschmieren.

Ganz wichtig: Beim ins Wasser lassen: Einmal den Buchsenbalg zusammenpressen, damit das Wasser in den Balg laufen kann. Die Volvobuchse ist Wassergeschmiert. Wenn das Wasser aber nicht an die Dichtlippen kommt, läuft sie heiß und wird undicht.

Das Sternlager der Welle ist auch 2007 gewechselt worden. Am Antrieb dürfte in den nächsten Jahren erstmal komplette Ruhe herrschen.

Das Schaltgestänge ist in 2006 ausgewechselt worden.

Sollte unter der Wasserpumpe (Vorderseite des Motors, rechts unten) ein wenig Öl-Tropfen zu erfühlen sein, ist das kein Grund zur Aufregung. Dann ist lediglich ein neuer O-Ring an der Wasserpumpe für 50 cent fällig. Das heißt: die drei Schrauben der Wasserpumpe lösen, Wasserpumpe abziehen, O-Ring entnehmen, neuen O-Ring einlegen und Wasserpumpe wieder reinlegen, Schrauben anziehen und fertig. Die Wasserpumpe ist ansonsten in 2007 auch gerade überholt worden.

Der Motor verbraucht zwischen 1,9 und 2,1 l Diesel in der Stunde. Optimale Drehzahl liegt bei 2000 - 2300 Upm. Bis ca 2900 Upm kann der Motor an dieser Schraube drehen. Das ist aber ein akademischer Wert, weil das Boot bei 2400 Upm seine Rumpfgeschwindigkeit schon weit überschritten hat und man nur mehr Sprit verbraucht. Schneller als 6,8 kn durchs Wasser unter Motor geht aus physikalischen Gründen halt nicht.

Der Ölwechsel empfiehlt sich über den Ölmessstab per Absaugpumpe, damit man sich eine Sauerei unter dem Motor erspart. So eine Pumpe kostet elektrisch zwischen 10 und 20 Euro. Die Edelversion in Handausführung ist teurer und viel zu groß. Das kann man sich sparen.

Der Seewasserfilter befindet sich in der vorderen Steuerbord-Backskiste. Hier ist auf den korrekten Verschluss zu achten, damit dort keine Nebenluft gezogen wird. Das Seewasserventil für das Kühlwasser befindet sich Steuerbordseitig neben dem Getriebe.